Ein Kurzschluss in einem Heizlüfter sollte niemals dazu führen, dass der Hauptschalter in Ihrer Produktionshalle ausgeschaltet wird. In der Praxis geschieht dies jedoch häufiger als es sein sollte. Die Folgen? Unnötige Ausfallzeiten, hohe Kosten und Sicherheitsrisiken.
Selektivität ist die Kunst, Schutzmaßnahmen zu koordinieren. Das Ziel ist einfach: Im Falle eines Fehlers soll nur die Schutzeinrichtung direkt über dem Fehler abschalten. Der Rest der Anlage muss ungestört weiterarbeiten. Ist Ihre Anlage selektiv, oder verlassen Sie sich auf Ihr Glück? In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie durch Simulationen und richtige Einstellungen Gewissheit erlangen.
Was ist das: Die Koordination zwischen Schutzkomponenten (wie Leistungsschalter und Sicherungen), so dass nur der gestörte Teil der Anlage abgeschaltet wird.
Das Risiko: Ein Mangel an Selektivität führt dazu, dass ein vorgelagerter Verteiler abgeschaltet wird, wodurch ein großer Teil des Unternehmens unnötigerweise stromlos wird.
Die Ursache: Probleme entstehen oft durch Anlagenerweiterungen, falsche Einstellungen von Schutzgeräten oder veraltete, nicht neu berechnete Konstruktionen.
Die Lösung: Eine Selektivitätsanalyse(Simulation) identifiziert Engpässe. Darauf aufbauend werden Einstellungen von Leistungsschaltern geändert oder Komponenten ausgetauscht.
Normung: NEN 1010 stellt Anforderungen an die Selektivität, insbesondere in Anlagen, bei denen die Betriebssicherheit entscheidend ist.

Dieses Thema ist für Fachleute, die für die Kontinuität und Sicherheit von elektrischen Anlagen verantwortlich sind, von entscheidender Bedeutung:
Selektivität wird erreicht, wenn in einer Reihenschaltung von Schutzgeräten das Gerät, das dem Fehler am nächsten ist, den Fehlerstrom abschaltet, während die darüber liegenden Geräte geschlossen bleiben. Das hört sich einfach an, erfordert aber die Kenntnis der Zeit-Strom-Kennlinien (Auslösekurven) Ihrer Schutzgeräte.
Wir unterscheiden verschiedene Formen der Selektivität:
Nuance - Volle vs. partielle Selektivität In der Praxis ist volle Selektivität (bis zum maximalen Kurzschlussstrom) nicht immer wirtschaftlich oder technisch ohne größere Eingriffe machbar. Oft wird ein Optimum angestrebt, bei dem die Selektivität bis zu einem bestimmten Kurzschlusspegel gewährleistet ist. Es ist wichtig zu wissen, wo diese Grenze in Ihrer Anlage liegt.
Mangelnde Selektivität ist oft ein unsichtbares Problem - bis zu dem Moment, in dem es schief geht. Die Folgen sind dann sofort zu spüren:
Sie müssen nicht auf einen Stromausfall warten, um zu wissen, ob es Risiken gibt. Achten Sie auf diese Signale:
Fallbeispiel: Bei einem Lebensmittelhersteller fiel monatlich die Hauptstromversorgung der Verpackungsanlage aus. Die technische Abteilung tauschte den Klemmengruppenschutzschalter (25A) mehrmals aus, weil sie dachte, er sei defekt. Nach einer Messung und Simulation durch HyTEPS stellte sich heraus, dass die Einschaltspitze des Motors gerade noch innerhalb der Kurve der Klemmengruppe lag, aber den magnetischen Schwellenwert des (zu eng eingestellten) Oberleitungsschienenschalters (63A) auslöste. Eine einfache Anpassung der Einstellung des 63A-Schutzschalters löste das Problem dauerhaft.
Die Wiederherstellung oder Sicherstellung der Selektivität beginnt nicht mit dem Schraubenzieher, sondern mit Daten.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Messung: Wir müssen wissen, was in der Anlage vorhanden ist. Welche Leistungsschalter, welche Kabellängen (wichtig für die Impedanz und damit den Kurzschlussstrom) und welche Lasten? Die Messungen dienen der Validierung der theoretischen Modelle.
Schritt 2: Simulation (Der Schlüssel zum Erfolg): Selektivität lässt sich in der Praxis nicht ohne Risiko testen. Deshalb verwenden wir fortschrittliche Simulationssoftware (z. B. Vision). Wir stellen Ihre Anlage digital nach. In diesem Modell simulieren wir Kurzschlüsse auf jeder Ebene.
Schritt 3: Optimierung: Oft sind keine teuren Hardwareänderungen erforderlich. In vielen Fällen können wir die Selektivität wiederherstellen, indem wir:
Bauliche Maßnahmen (falls erforderlich): Manchmal ist die Anlage baulich nicht in Ordnung. Dann beraten wir:
Möchten Sie wissen, ob Ihre Anlage sicher und selektiv ist? Befolgen Sie diese Schritte:
Für eine einzelne Gruppe in einem Wohnhaus sind die Grundkenntnisse eines Installateurs ausreichend. In komplexeren Situationen ist jedoch Fachwissen erforderlich. Wenden Sie sich an unsere Ingenieure, wenn:
HyTEPS kombiniert Messungen vor Ort mit tiefgreifenden Simulationen. Wir raten nicht, wir berechnen. So erhalten Sie einen konkreten Einrichtungsbericht, der Selektivität gewährleistet.
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Haben Sie Zweifel, ob Ihre Schutzvorrichtungen richtig eingestellt sind? Warten Sie nicht auf einen Produktionsstillstand. Unsere Ingenieure können durch eine gezielte Simulation Schwachstellen in Ihrer Anlage aufdecken und optimieren.
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